Antonius der Große

Sant’Antonio Abate
rosa-antonio
Salvator Rosa: Die Versuchung des Hl. Antonius
um 1645, Öl/Lw., San Remo (Pinacoteca Rambaldi)

Antoius der Große (um 251 – 17.01.357) gilt als Mitbegründer des christlichen Mönchswesens, da er als einer der Ersten – aufgrund seines christlichen Glaubens allem Weltlichen entsagend – ein nur Gott gewidmetes, asketisches Leben als Einsiedler wählte, und zwar in der ägyptischen Wüste. Dort wurde er immer wieder von Visionen heimgesucht, in denen ihm der Teufel in verschiedenster Gestalt erschien und von seinem asketischen Leben abzubringen versuchte. Diesen Versuchungen widerstanden zu haben, das Festhalten an seinem Glauben, die Abkehr von leiblichen und weltlichen Begierden und zudem verschiedenste Wunder bewirkt zu haben (angeblich hilft Antonius gegen Kopfschmerzen!), führte schon zu Lebzeiten des Heiligen zu dessen Verehrung. Mehr

Januarius von Neapel

San Gennaro
San Gennaro
San Gennaro zeigt seine Reliquien
Kopie eines Gemäldes von Caravaggio durch den flämischen Maler Louis Finson (1580/85-1617)
um 1610/12, 126 x 92 cm, Öl/Lw., Palmer Art Museum at Pennsylvania State University

San Gennaro war ein frühchristlicher Märtyrer, über dessen Leben und Wirken wenig bekannt ist. Relativ gesichert scheint, dass er am 19.09.305 in den Schwefelquellen von Pozzuoli bei Neapel den Märtyrertod gestorben ist. Er ist Schutzheiliger von Neapel und seine Reliquien werden ebendort im Dom aufbewahrt. Enorme Popularität genießt San Gennaro aufgrund des seit 1389 bezeugten Blutwunders: Des Heiligen Blut wird im Dom in fest verschlossenen Ampullen aufbewahrt und ist normalerweise in festem Zustand, doch zu bestimmten Anläsen verflüssigt es sich, was dann als Wunder des Gennaro gilt. Mehr

Madonna della Salute

Madonna della Salute
Santa Maria della Salute, Venedig
Baldassare Longhena: Santa Maria della Salute, Venedig
Der barocke Zentralbau besitzt einen achteckigen Grundriss und zwei Campanili. Die Außenansicht wird besonders bestimmt durch die an einen Triumphbogen erinnernde Hauptfassade sowie durch die große Kuppel, die zur Gewichtsreduktion (zur Befestigung des Baugrunds wurden ohnehin schon über eine Million Pfähle in den Boden getrieben) als verputzte zweischalige Holzkuppel konstruiert wurde.

Bildinfo

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Der historische Hintergrund dieses in Venedig als Madonna della Salute gefeierten Marienfestes ist folgender: 1630 wütete wie fast überall in Europa auch in Venedig die Pest, der in Venedig fast 50.000 Menschen (d.h. ein Drittel der damaligen Einwohner Venedigs) zum Opfer fielen. Im Oktober 1630 gelobten Doge und Republik, an einem exponierten Ort, nämlich schräg gegenüber des Dogenpalastes, eine neue Marienkirche zu bauen, wenn denn die Gebete, Fürbitten und zu diesem Zweck veranstalteten Prozessionen die Heilige Jungfrau dazu bewegen könnten, der Pest ein Ende zu setzen. Anlässlich einer früheren Pestwelle hatte man 1576 schon einmal eine solche Votivkirche zu bauen versprochen und herausgekommen war die Kirche Il Redentore von Andrea Palladio. Auch ein Jahrhundert später klappte es: 1631 war die Seuche tatsächlich gebannt und man machte sich an die Umsetzung des Versprechens. Der venezianische Architekt Baldassare Longhena erhielt den Auftrag, die Votivkirche zu bauen, und so entstand (bis zur Weihe 1687) die noch heute das Stadtbild prägende Kirche Madonna della Salute. Und ebenfalls bis heute pilgern Tausende Venezianer am Marientag des 21. November zur dieser Kirche, um der Madonna für die erwiesene Gnade durch Gebete oder Stiften einer Kerze zu danken und für die eigene Gesundheit zu beten. Erleichtert wird dieses Pilgern durch eine jedes Jahr über den Canale grande, San Marco und Dorsoduro verbindend, eigens errichtete Bedarfsbrücke, die aus Anlass der Festa della Madonna della Salute montiert wird. Mehr

Matthäus

San Matteo
san matteo
Michelangelo Merisi da Caravaggio:
Die Berufung des Matthäus
um 1599/1600, 322 x 340 cm, Öl/Lw., Rom (San Luigi dei Francesi)
Caravaggio, der die Kunst der Hell-Dunkel-Malerei erfand, dramatisierte die Berufung einerseits durch die Reaktion des am Tisch sitzenden Matthäus, der fragend auf sich zeigt, andererseits durch das schlaglichtartige Seitenlicht, dessen Lichtquelle sich hinter dem berufenden Christus außerhalb des Bildes befindet.

Der Evangelist Matthäus, vermutlich identisch mit dem Apostel Matthäus, war Verfasser eines der vier Evangelien des Neuen Testaments und ist insofern ein wichtiger Heiliger der katholischen Kirche. Sein Fest ist am 21. September. Da er vor seiner Berufung zum Apostel Zöllner war, wurde er zum Schutzherrn der Händler, Bankiers, Buchhalter, Zöllner usw. Weil seine Reliquien in Salerno (Kampanien) aufbewahrt werden, ist Salerno ein wichtiger Ort der Matthäus-Verehrung, doch auch für viele andere Städte Italiens ist er der Schutzpatron. Sein Evangelistensymbol ist der Engel. Mehr

Ferragosto – Mariä Himmelfahrt

Ferragosto – Assunzione
ferragosto
Tizian: Mariä Himmelfahrt
1516/18, 690 x 360 cm, Öl/Lw., Venedig (Santa Maria Gloriosa dei Frari)

Der 15. August ist gleich in doppelter Weise ein Fest- und (zumindest in Italien) ein Feiertag, nämlich Ferragosto und Mariä Himmelfahrt. Um mit letzterem zu beginnen: Nach christlicher Lehre wurde Maria, die Mutter Christi, nach deren Tod in den Himmel aufgenommen. Dargestellt wird die Aufname Mariä in den Himmel (oft auch Himmelfahrt genannt) in der Kunst als leibliche Aufnahme.

Ferragosto ist hingegen ein Festtag aus vorchristlicher Zeit, leitet er sich doch von lat. Feriae Augusti (dt.: Festtag des Augustus) ab. Schon zu Lebzeiten von Kaiser Augustus wurde gefeiert, allerdings ursprünglich am 1. August – der Kirche war jedoch an einer Zusammenlegung mit dem Marienfest am 15. August gelegen, was dann auch geschah. Mehr

Markus

San Marco

Der Evangelist Markus, eventuell identisch mit dem Apostel Markus, war Verfasser eines der vier Evangelien des Neuen Testaments und ist insofern ein wichtiger Heiliger der katholischen Kirche. Sein Fest ist am 25. April und sein Evangelistensymbol der Löwe. Besonders gefeiert wird es in Venedig, denn dort wird er als Schutzheiliger verehrt, waren es doch angeblich zwei venezianische Kaufleute, denen es gelang, die Gebeine des Markus aus dem ägyptischen Alexandria herauszuschmuggeln, und zwar in einem Korb unter gepökeltem Schweinefleisch. Die Ankunft der sterblich Reste des Markus in Venedig erfolgte am 31.01.828 und dieser Tag, der Tag der Translation, wird in Venedig ebenfalls festlich begangen. Zeugnis der Markusverehrung in Venedig ist der Markusdom.

san marco
Pietro Vecchia: Raub der Leiche des Hl. Markus
um 1660, Lünetten-Mosaik, Venedig (San Marco, Fassade)

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Mariä Lichtmess – Darstellung des Herrn

Candelora – Presentazione al tempio
mariä lichtmess
Meister des Marienlebens: Darstellung des Herrn
(Teil des Zyklus zum Marienleben aus der Kirche St. Ursula in Köln)
um 1460/75, Öl/Holz, 84 x 109 cm, London (National Gallery)
Der unbekannte Meister aus Köln hat in seinem Werk die Darstellung im Tempel sehr anschaulich inszeniert. Maria zeigt Simeon das Christuskind, während der hinter ihr stehende Joseph für die zu erbringende Spende in seinem Portemonnaie kramt. Joseph hält ebenso wie Maria und Hanna (auf der rechten Seite neben Simeon) eine erleuchtete Kerze, was in der Ikonographie des Themas Darstellung des Herrn sehr selten ist und auf Mariä Lichtmess verweist. Auch die zu opfernden Tauben, dargebracht von zwei Frauen des Gefolges, sind dargestellt.

Mit dem Tag der Darstellung des Herrn im Tempel hat es folgende Bewandtnis: Nach den Vorschriften des Alten Testaments galt eine Mutter 40 Tage nach der Geburt eines Sohnes als unrein. Maria hatte deshalb nach der Geburt Christi (25.12.) in 40 Tagen (02.02.) ein Reinigungsopfer zu tätigen, das in Form von Tauben zu erbringen war. Hinzu kommt, dass neugeborene Kinder als Eigentum Gottes erachtet wurden, weshalb sie im Tempel präsentiert (dargestellt) wurden, wo sie durch Zahlung einer Geldspende ausgelöst werden konnten. Bei Christi Darstellung im Tempel trafen seine Eltern Maria und Joseph die Prophetin Hanna und den Propheten Simeon, die beide in Christus den verheißenen Messias zu erkennen glaubten. Simeon formulierte dabei seinen sogenannten Lobgesang, in dem er Jesus „ein Licht, das die Heiden erleuchtet“ nannte. Mehr

Valentin

San Valentino
san valentino
Leonhard Beck: Sankt Valentin
um 1510; Öl/H; 119 x 49 cm; Coburg (Kunstsammlungen der Veste)

Der Valentinstag ist uns als Tag der romantisch Liebenden allen bekannt. Seinen Namen hat er vom Heiligen Valentin, das ist sicher. Unsicher ist jedoch, welcher Valentin der Namensgeber war, denn es gibt mehrere. Fangen wir in Rom an. Dort lebte Valentin von Rom, der ebendort Priester war, und seine Legende enthält die nötigen Zutaten für einen Tag der Liebenden, denn er schenkte Trostsuchenden Blumen (!) und traute Liebespaare (!) nach dem christlichen Ritus, weswegen er auch am 14.02.269 in Rom an der Via Flaminia enthauptet und später heiliggesprochen wurde. Aus Terni, an der gleichen Straße, der Via Flaminia, doch 100 km weiter nördlich gelegen, stammte der zweite Valentin, nämlich Valentin von Terni. Dieser war zunächst Bischof von Terni, dann in Rom tätig, wo er durch Krankenheilungen Popularität gewann, schließlich aber am 14.02.268 am 63. Meilenstein der Via Flaminia ebenfalls enthauptet wurde. Zeit- und Ortsnähe sowie Todesursache legen nahe, dass es sich vielleicht um ein und dieselbe Person handelt.1 Zudem gibt es zu beiden Heiligen keine historisch verbürgten Daten sondern lediglich Legenden. Insofern ist es relativ unwahrscheinlich, dass die heutige Bedeutung des Valentinstags von der Vita des einen oder den Viten der beiden Valentine herrührt. Unser Valentinstag scheint somit lediglich am Todestag des Valentin begangen zu werden, nicht aber mit dessen Leben (oder deren Leben) zu tun zu haben. Mehr

Unbefleckte Empfängnis

Immacolata Concezione
immacolata
Peter Paul Rubens: Unbefleckte Empfängnis
1628/29, Öl/Lw., 198 x 135 cm, Madrid (Prado)

Der Tag der Unbefeckten Empfängnis Mariens meint nicht, wie man vorschnell schließen könnte, die vermeintlich jungfräuliche Geburt Jesu, sondern verweist auf das Dogma der ohne Erbsünde geborenen Gottesmutter. Danach ist Maria seit ihrer Geburt aufgrund ihrer Vorbestimmung als Gottesmutter ihr Leben lang frei von Sünden gewesen und hätte deshalb auch keines Aufenthalts im Fegefeuer bedurft – im Gegensatz zu allen anderen Menschen, die aufgrund der Erbsünde und der eigenen Verfehlungen dort büßen müssen. Dieser Eigenschaft Marias gedenkt die katholische Kirche am 8. Dezember, und auch mit diesem Mariengedenktag sind eigene kulinarische Traditionen verbunden. Mehr

Karfreitag

Venerdì Santo
karfreitag
Lukas Cranach d.Ä.: Kreuzigung
um 1506/20, 67 x 46,5 cm, Öl/H., Kopenhagen (Statens Museum for Kunst)

Karfreitag ist der Tag der Kreuzigung Jesu und markiert auf der Ebene der Ernährung den ersten Tag des zweitägigen Osterfastens. War das Fasten in der vorangegangenen Fastenzeit ein Bußfasten und drehte sich daher eher um die eigenen Verfehlungen des Büßers, verschiebt sich der Fokus am Karfreitag und Ostersamstag auf die Passion Christi, der mit dem Trauerfasten gedacht wird. Kulinarisch ist an Karfreitag (wie Ostersamstag und in der Bußfastenzeit) alles Üppige und vor allem Fleisch tabu, Fisch darf hingegen gegessen werden. Mehr

Hilarius von Poitiers

Sant’Ilario

illario
Richard de Montbaston (Schule): Ordination des Hilarius
14. Jh., Buchmalerei, Paris (Vies de saints, fol. 211)
Hilarius (ca. 315 – 365) war ein frühchristlicher, aus Frankreich stammender Kirchenlehrer. Er entstammte ursprünglich einer heidnischen Familie und wurde schnell nach seinem Übertritt zum Christentum Bischof von Poitiers. Bedeutsam wurde er jedoch nicht in dieser Funktion sondern als Kirchenlehrer. Als solcher war er Lehrer des Martin von Tours und verfasste u.a. einen Matthäus-Kommentar, v.a. aber stritt er gegen den Arianismus und thematisierte in seinen Schriften das Verhältnis von Vernunft und Glaube. Die Stadt Parma besitzt Reliquien von Sant’Ilario, der am 13.01. beigesetzt wurde. Mehr

Joseph von Nazaret

San Giuseppe
San Giuseppe
Guido Reni: Joseph mit dem Christuskind
1640, 89 x 72 cm, Öl/Lw., Houston (Museum of Fine Arts)
Guido Renis Gemälde ist eines der wenigen Bilder, die Joseph allein in seiner Vaterrolle zeigen.

Jospeh von Nazaret war der (Nähr-) Vater Jesu und Bräutigam der Gottesmutter Maria. In dieser Funktion ist er deutlich Maria untergeordnet. Seine Vaterschaft hatte jedoch zur Konsequenz, dass San Giuseppe der Schutzheilige der Väter wurde und der Josephstag am 19.03. heute zugleich als Vatertag in Italien gefeiert wird. Der italienische Vatertag ist nicht wie in Deutschland Anlass für kollektive Besäufnisse, sondern ein Tag, an dem die Väter von ihren artigen Kindern geehrt werden, ähnlich wie am (deutschen) Muttertag. Mehr

Fastenzeit

Quaresima

Es gibt verschiedene Fastenzeiten in der katholischen Kirche – die wichtigste und hier gemeinte ist die dem Karneval nachfolgende Fastenzeit von Aschermittwoch (Mercoledì delle ceneri) bis zum Gründonnerstag (Giovedì Santo). In diesem Zeitraum sollen die Gläubigen durch ein Bußfasten Buße tun. Das bedeutet hinsichtlich der Ernährung, dass auf Fleisch und alles Üppige verzichtet werden muss, Fisch ist hingegen erlaubt. An das Bußfasten der Fastenzeit schließt sich das zweitägige Osterfasten an.

fastenzeit
Pieter Bruegel d.Ä.: Der Kampf zwischen Karneval und Fasten
1559, 118 x 164 cm, Öl/H, Wien (Kunsthistorisches Museum)
Bruegel zeigt eine allegorische Darstellung des Kampfes – eine Kurzbeschreibung und -deutung findet sich bei Wikipedia. – Größere Abbildung

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Sebastian

San Sebastiano
san sebastiano
Perugino (Pietro Vannucci): San Sebastiano
um 1495, 176 x 116 cm, Öl/Holz, Paris (Louvre)
Perugino, der Lehrer von Raffael, stellt seinen Sebastian in eine Loggia, die von mit Grotesken geschmückten Pfeilern getragen wird und im Hintergrund einen Ausblick auf eine weite, abwechselungsreiche Landschaft erlaubt. Dort sowie im Vordergrund des symmetrisch aufgebauten Bildes erkennt man, dass Perugino mit den Neuheiten der Zentral- und Farbperspektive bestens vertraut war. Das Thema des Heiligen Sebastian bot den Malern der Renaissance die Möglichkeit zur Darstellung eines männlichen Akts, was Perugino bei seinem nur mit einem knappen, halb durchsichtigen Tuch bekleideten Sebastian ziemlich ausreizt. Die Ruinenfragmente in der linken Bildhälfte sind vielleicht vom Maler als Memento mori gemeint gewesen.

Sebastian (um 256 – 288) war Offizier der Leibwache von Kaiser Diokletian. Er konvertierte zum Christentum, tat gute Werke, wurde jedoch (wie wir heute sagen würden) geoutet und damit ein Opfer der Christenverfolgung. Diokletian ließ ihn von Bogenschützen mit Pfeilen erschießen, doch Sebastian überlebte und stellte Diokletian zur Rede, der ihn daraufhin im Circus Maximus endgültig erschlagen ließ. Ihm wird am 20. Januar gedacht. Mehr

Hl. Drei Könige – Epiphanie – Befana

I Re Magi – Epifania – Befana

Heilige Drei Könige am 06.01. ist das Fest, das an die Ankunft der drei Könige / Magier (Caspar, Melchior und Balthasar) aus dem Morgenland erinnert. Sie hatten den von der Geburt Christi kündenden Stern von Betlehem gesehen und waren daraufhin aufgebrochen, um dem neuen Herrn zu huldigen.

Epiphanie Heilige Drei Könige Befana
Masaccio: Anbetung der Könige
Predella eines Polyptychons aus S. Maria del Carmine in Pisa; 1426; Pappelholz; 21 x 61 cm; Berlin (SMPK)
Masaccio malte damals zu Beginn der Frührenaissance ausgesprochen modern, indem er den üblichen spätgotischen Zierrat ebenso wie den üblichen Goldgrund wegließ, das Geschehen auf das Wesentliche reduzierte und es in einem gestaffelten, perspektivischen Bildraum präsentierte.

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Apollonia von Alexandrien

Sant’Apollonia d’Alessandria
sant'apollonia
Sassoferrato (Giovanni Battista Salvi; 1609-1685; zugeschrieben): Sant’Apollonia d’Alessandria
Öl/Lw.; Montpellier (Musée Fabre)
Sassoferrato zeigt hier eine etwas geschönte, weil deutlich jüngere Apollonia, die als solche durch ihr Attribut, einen gezogenen Zahn, ausgewiesen ist.

Über das Leben der Apollonia, die im ägyptischen Alexandria in der ersten Hälfte des 3. Jh. lebte, kursieren verschiedene Versionen. Nach der verbreitetsten soll sie als bereits ältere, unverheiratete Frau im Zuge eines gegen die Christen gerichteten Pogroms verfolgt worden sein. Man schlug ihr zunächst die Zähne ein und drohte ihr dann, sie auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen, wenn sie sich nicht von ihrem christlichen Glauben lossage, doch angeblich stürzte sie sich laut betend selbst in die Flammen (was interessanterweise später eine Debatte über die Frage zur Folge hatte, ob sie nun Märtyrerin oder nur eine Selbstmörderin gewesen sei). Aufgrund ihres Martyriums wird die Heilige bei Zahnschmerzen angerufen und ist zudem die Schutzheilige der Zahnärzte. Ihr Gedenktag ist am 9. Februar. Mehr

Cäcilie

Santa Cecilia
santa cecilia
Orazio Gentileschi u. Giovanni Lanfranco: Hl. Cäcilie mit dem Engel
um 1617/27, Öl/Lw., 88 x 108 cm, Washington (National Gallery)

Die Heilige Cäcilie, um 200 bis 230, entstammte einer reichen römischen Familie und war wohl ein hübsches Mädchen. Ihre Eltern wollten sie mit einem Valerianus genannten Heiden verheiraten, doch Cäcilie, der am 22.11. gedacht wird, offenbarte diesem in der Hochzeitsnacht, dass sie ihr Leben Christus gewidmet und das Gelübde der Jungfräulichkeit abgelegt habe. Ihr Ehemann machte gute Miene zu bösem Spiel, ließ sich von seiner Ehefrau überzeugen und von Urban I. taufen. Dies hatte nämlich Cäcilie zur Bedingung gemacht, damit er ihres Engels gewahr werde, der als ihr Beschützer fungierte und für normalsterbliche Menschen nicht sichtbar war. Nun aber konnte Valerianus tatsächlich den Engel sehen, und auch noch dessen Bruder Tiburtius konnte man für das Christentum gewinnen. Die beiden Brüder kümmerten sich vor allem um die sterblichen Reste von im Zuge der Christenverfolgung hingerichteten Christen, die nicht begraben werden durften, doch bald schon wurden sie gefasst und ebenfalls hingerichtet. So erging es ein wenig später auch Cäcilie, deren Martyrium jedoch länger währte, bis sie schließlich drei Tage nach ihrer Enthauptung doch verstarb. Santa Cecilia ist die Patronin der (Kirchen-) Musiker. Mehr

Orontius von Lecce

Sant’Oronzo di Lecce
sant'oronzo
Statue des Sant’Oronzo auf der gleichnamigen Piazza in Lecce

Sant’Oronzo (22. – 26.08.68) war ein frühchristlicher Bischof und Heiliger, der dadurch Bedeutung erlangte, dass er die Stadt Lecce in Apulien 1650 von einer Pestepedemie, die bereits die Hälfte der Bevölkerung dahingerafft hatte, befreite. Aus Dankbarkeit bzw. zur Einlösung eines Gelübtes ließ man 1666 eine Statue anfertigen, die auf eine der beiden Säulen montiert wurde, die einst in Brindisi das Ende der Via Appia markierten und nach Lecce auf die Piazza Sant’Oronzo überführt wurde (die heutige Statue stammt von 1739). Als Stadtpatron von Lecce wird dort an seinem Todestag jedes Jahr ein großes Fest begangen. Mehr

Martin von Tours

San Martino
san martino
Simone Martini: San Martino teilt seinen Mantel
1322/26, Fresko, Assisi (San Francesco inferiore)

Martin ist ein besonders in Frankreich verehrter Heiliger, wo er 372 zum Bischof von Tour geweiht wurde. Seine Popularität verdankt er neben dem Vollbringen einiger Wunder einem relativ asketischen Lebensstil und einer fürsorglich Haltung gegenüber den Armen, wie sie insbesondere in der Geschichte zum Ausdruck kommt, nach der er seinen Mantel mit einem Bettler teilte. Auch in Italien wird Martin sehr verehrt, und zwar weniger durch kirchliche Prozeduren als in Form von volkstümlichen – sein Gedenktag am 11.11., dem Tag, an dem er 397 in Tour begraben wurde, fällt in die Zeit, in der der neue Wein erstmals genossen werden kann, und so wird Martin oft mit einem Gläschen Vino nuovo, gerösteten Maronen und lokalem Gebäck im Rahmen kleiner Zusammenkünfte oder gar Volksfeste gedacht. Diese haben jedoch nicht nur einen religiösen Anlass (nämlich das Gedenken an Martin), sondern früher war San Martino der Tag, an dem die für eine Saison abgeschlossenen Arbeitsverhältnisse der Landarbeiter ausliefen, ebenso wie die Pachten, und es musste bezahlt und neu verhandelt werden, gegebenfalls sogar ausgezogen werden, wenn die Pächter oder Tagelöhner keinen neuen Vertrag bekamen. Mehr