Staudensellerie

Staudensellerie wird in Italien zum Würzen geschätzt, z.B. im Rahmen eines soffritto, aber auch als Gemüse verspeist. Wir stellen den Doldenblüter vor.

 

Staudensellerie

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Italienisch-Kochen.Blog

 

Staudensellerie (it: sedano da costa, wiss: Apium graveolens var. dulce) ist die optimale Alternative zu dem in Nordeuropa gebräuchlichen Knollensellerie (it: sedano rapa, wiss: Apium graveolens var. rapaceum), denn Staudensellerie würzt nicht nur ähnlich, sondern man kann ihn auch gut als Gemüse essen. Frisch duftet er wunderschön. Er gehört zu den drei Bestandteilen des in der italienischen Küche unverzichtbaren soffritto, bestehend aus Möhren, Sellerie und Zwiebeln, das in etwa unserem Suppengrün entspricht. Staudensellerie wird auch Bleichsellerie genannt, und das kommt daher, dass die Pflanze während des Wachsens mit angehäufelter Erde oder durch Überstülpen von Rohren vom Licht abgeschirmt wird, damit die Stangen schön hell und zart bleiben.

 

Staudensellerie ist sehr gesund, enthält er jedoch viele Mineralien wie Kalium, Kalzium, Magnesium und Natrium, zudem Vitamin B und E. Außerdem steckt in ihm sehr viel Wasser, sodass er mit nur 19 kcal pro 100 g zu den Gemüsesorten mit dem niedrigsten Kaloriengehalt zählt. Positiv ist auch, dass er relativ lang haltbar ist. Frisch ist er übrigens dann, wenn die Stangen sich nicht biegen lassen und schön knackig sind. Schon die alten Ägypter, Griechen und Römer kannten und verspeisten eine Wildform des Staudenselleries, doch im Norden wurde er bis ins 18. Jahrhundert hinein nur in Klostergärten angebaut und galt als Medizin.

 

Eine besonders geschätzte Art Staudensellerie ist der Sedano nero di Trevi (PAT) in Umbrien, der als PAT-Produkt anerkannt ist. Er ist natürlich nicht schwarz sondern auch zart und hell, würde aber bei Sonneneinstrahlung sehr dunkel und auch etwas holzig. Abgedeckt wachsend schmeckt er jedoch besonders intensiv, hat relativ lange, fleischige Stangen und vor allem keine Fäden, die mitunter andere Sorten Staudensellerie aufweisen. Diese alte Sorte wurde nach dem zweiten Weltkrieg verdrängt durch amerikanische Züchtungen, die längere Stangen besitzen und deren Anbau daher ökonomischer erschien. Der intensive Geschmack des Staudenselleries aus Trevi und v.a. seine Fadenlosigkeit sind jedoch Grund für die Slow Food Stiftung, den Sedano aus Trevi als Presidio (dt: Schutz) zu fördern: Presidi sind Projekte von Slow Food, mit denen u.a. einheimische Pflanzensorten und Nutztierrassen sowie traditionelles Lebensmittelhandwerk bewahrt und geschützt werden sollen. Leider ist die Produktion noch so gering, dass die aus Trevi stammenden Pflanzen es allenfalls bis auf die Märkte von Perugia schaffen. Und dort müsste man auch Mitte Oktober bis Mitte November sein, um ihn zur Erntezeit kaufen zu können. Viele Informationen über den Sedano nero di Trevi findet man auch auf der Website von Protrevi.

 

 

Hier alle Rezepte mit Staudensellerie auf Italienisch-Kochen.Blog.

 

 

 

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